Archiv der Kategorie 'Hintergründe'

Jul
19

Königsbrücker Bischofsweg neu
Nun passen sie also doch rein: Auf dem Bischofsweg wird es im Kreuzungsbereich mit der Königsbrücker Straße auf allen vier Seiten Radfahrstreifen bzw. Schutzstreifen geben. Im Bereich der Haltestelle vor der Biosphäre soll eine so genannte angehobene Radfahrbahn kommen. Im bisherigen Planungsstand fehlten an drei von vier Seiten an dieser Kreuzung Radverkehrsanlagen im Bischofsweg. Mit der Planung wird die Kreuzung für den Radverkehr sicherer, da eine klare Linienführung des Radverkehrs erreicht und durch die Trennung von Autos, Fahrrädern und Fußgängern Konflikte vermieden werden. Der ADFC Dresden hatte im April eine Petition für diese Lösung gestartet, die von 2760 Unterstützern unterzeichnet worden war. Offenbar hat dies die Stadtverwaltung dazu bewegt, an dieser Stelle nochmal nachzuarbeiten.

Mehr Infos, auch zum Bischofsplatz ein paar Meter weiter gibt es hier: http://www.neustadt-ticker.de/56624/aktuell/nachrichten/radstreifen-und-tempo-30-am-bischofsplatz

Mai
29

Umfrageergebnis bei Nacht...
In den letzten Tagen hat es eine fragwürdige Umfrage bei SZ-Online nicht nur in die Printausgabe, sondern auch mitten die politische Diskussion um die Königsbrücker Straße geschafft. Die Leser von SZ-Online durften zwischen Variante 7, 8.4 und 8.7 auswählen. Zwischenzeitlich stand auch die vierspurige Variante 7 bei über 70%, bei insgesamt ungewöhlich hohen 39.000 Umfrageteilnehmern. Einige zehntausend Umfrageteilnehmer später hat entweder SZ-Online oder ein findiger Skriptschreiber noch einen draufgesetzt und das Ergebnis zu jeweils einem Drittel weiterentwickelt. Ein netter Witz, wie wir finden.

Apr
17

Nachdem wir jahrelang einen fairen Vergleich zwischen dem Bestand und der vierspurigen Ausbauplanung gefordert hatten, brauchte es nicht nur viele Jahre, sondern auch einen grünen Baubürgermeister, bis dieser Vergleich veröffentlicht wird. Ergebnis: vier Spuren sind bergauf sogar langsamer als die alte, holprige Königsbrücker im Bestand. Etwa 220 Sekunden benötigen Autos heute, um vom Albertplatz bis zur Staufenbergallee hochzufahren.

Georg-Schumann-Straße in LeipzigNachdem die Stadt nun viele Jahre hin und her geplant hat und uns die Vertreter der autogerechten Stadt immer wieder klarmachen wollten, dass sich das nur mit dem vierspurigen Ausbau bessern könne, kommt raus: Vier Spuren (also die Ausbauvariante 7) bringt nicht nur Probleme für Anwohner und Fußgänger, macht mehr Lärm und zieht Autoverkehr ins Viertel. Sie macht die Königsbrücker Straße auch für den Autoverkehr langsamer. Um genau 4 Sekunden. Damit ist nun amtlich bestätigt, dass der Bau der vierspurigen Variante nicht nur den lokalen Interessen in der Neustadt zuwidergelaufen wäre, sondern auch eine mit Steuergeld finanzierte, millionenteure Verlangsamung des Autoverkehrs mit sich gebracht hätte.

Nun ist es Zeit, endlich die stadtteilverträglichste und für alle Verkehrsarten sinnvollste Variante umzusetzen. Und das ist Variante 8.4. Mehr Informationen bei Königsbrücker muss leben.

Jun
10

Georg-Schumann-Straße in LeipzigIn Leipzig arbeiten die Planer seit einigen Jahren an einem ganz ähnlichen Projekt wie der Königsbrücker Straße. Im Norden der Messestadt verläuft die Georg-Schumann-Straße, kurz: Schumi. Hier sieht die Situation ganz ähnlich aus, wie auf der Königsbrücker. Noch sind die Gehwege komfortabel breit, aber eine breite Autostraße mit vier Spuren, separatem Straßenbahngleis und Radwegen passt definitiv nicht in den Straßenraum. So wurde ein Kompromiss getroffen: Die Straßenbahn teilt sich mit dem Autoverkehr das Gleis, der Radverkehr bekommt mit Radfahrstreifen ein gutes Angebot und durch den gesparten Straßenraum ist noch viel Platz für nicht-verkehrliche Nutzungen übrig geblieben.

In Leipzig hat man die ersten Abschnitte schon vor einiger Zeit fertiggestellt. Die Straße blüht wieder auf, Läden eröffnen und die Straßenbahn kommt gut durch. Vielleicht sollten die Dresdner Straßenplaner mal eine Exkursion zu ihren Kollegen nach Leipzig machen. Dort funktioniert die Sache ganz jedenfalls gut, sagen Stadtverwaltung und Leipziger Verkehrsbetriebe.

Jan
21

Aus datenschutzrechtlichen Gründen – die Nennung von Namen – sah sich die Stadt weder in der Lage, einen Mitschnitt der Bürgerversammlung anzufertigen, noch einen zuzulassen. Nun haben findige Kräfte einen Mitschnitt produziert, bei dem alle Namen herausgeschnitten sind. Vielen Dank.

Jan
18

Königsbrücker Straße

Groß ist das Interesse an den Entwicklungen um die Königsbrücker Straße. Knapp 400 Menschen haben am 17. Januar den Weg zur Bürgerversammlung ins Kulturrathaus gefunden. Und prominent war die Besetzung des Podiums: Der Leiter des Straßen- und Tiefbauamts Reinhard Koettnitz stellte die Visualisierung der aktuellen Ausbauvariante vor, DVB-Vorstand Zieschank erklärte den Ausbau aus Sicht seines Unternehmens. Und obwohl er wenig zu sagen hatte, war auch Baubürgermeister Marx anwesend.

Der Sprecher der Bürgerinitiative, Martin Schulte-Wissermann, wies daraufhin, dass der Autoverkehr auf der Königsbrücker Straße in den letzten Jahren drastisch zurückgegangen sei von ca. 25.000 Autos im Jahr 1995 auf nunmehr etwa 14.000 Autos am Tag. Diese drastisch sinkende (Auto-)Verkehrsdichte müsse in der Planung berücksichtigt werden, ein vierspuriger Ausbau sei an keiner Stelle notwendig. Dem widersprach insbesondere Rainer Zieschank von den DVB, der seine Planungsprämisse deutlich aussprach: “Wir müssen dort zügig fahren können”. Entsprechend unterbelichtet sind die anderen Funktionen der Straße: Aufenthaltsqualität, Straßengrün, Fahrradparken oder auch die Interessen von Cafébesitzern und Geschäftsinhabern.

Der ADFC wies daraufhin, dass bei zahlreichen vergleichbaren Projekten in Dresden in der Vergangenheit immer wieder übertriebene Annahmen getroffen worden waren, zulasten von Radfahrern und Fußgängern. So ist die Waldschlößchenbrücke für 48.000 Kfz/Tag geplant, während real nur 24.000 Autos täglich die Brücke nutzen. Ähnliche Projekte gibt es in Dresden viele: Tunnel Wiener Platz, Flügelwegbrücke, Bramschtunnel, Fritz-Foerster-Platz usw. Ihnen allen gemeinsam sind unnötig hohe Kosten und wenig zufriedenstellende Lösungen für den Radverkehr. Über Prognosen zum Radverkehr für die Königsbrücker Straße verfügt die Stadt übrigens nicht und auch wenn man davon ausgeht, dass in Zukunft eher mehr als weniger Menschen dort mit dem Rad entlang fahren, deuten mangelhafte Linksabbiegespuren für Fahrräder und kaum vorhandene Überholmöglichkeiten für Radfahrer darauf hin, dass dies auch keine hervorgehobene Rolle spielt.

Zahlreiche Redner, wie der langjährige Stadtrat Dr. Rainer Kempe baten den Baubürgermeister und den Tiefbauamtsleiter eindringlich, zwischen Katharinenstraße und Bischofsweg eine vor einigen Monaten von der Grünen Fraktion vorgeschlagene Lösung mit einem begehbaren Mittelstreifen ernsthaft zu prüfen. Bei dieser könne auf viele unnötige Verkehrsflächen verzichtet werden, die dann anderen städtischen Funktionen zur Verfügung steht.

Visualisierung zu “Variante 7″ bei Youtube

Position des ADFC zur Königsbrücker Straße

Okt
07

Wie die Grünen mitteilen, sind im Entwurf des kommunalen Doppelhaushalts 2013/14 keine Mittel für eine Sanierung oder einen Ausbau der Königsbrücker Straße eingestellt. Das heißt, in diesen Jahren wird auf der Königsbrücker Straße nichts passieren.

Siehe: http://www.neustadtgruene.de/index.php/component/k2/itemlist/category/34-k%C3%B6nigsbr%C3%BCcker-stra%C3%9Fe

Aug
14

Da die Königsbrücker Straße in ihrer heutigen Breite den Verkehr nicht mehr aufnhemen kann, wird ihre Verbreiterung projektiert. Mit der Bauausführung ist in den nächsten Jahren zu rechnen.

Sächsische Zeitung, 26. Oktober 1957

Okt
24

Acht Professoren aus Dresden, Berlin und Stuttgart haben sich jetzt zur vierspurigen Planung der Königsbrücker Straße geäußert. Wie Dresdner Neuesten Nachrichten berichten, geben die Hochschullehrer zu bedenken, dass ein vierspuriger Ausbau unfallträchtig, unwirtschaftlich und unausgewogen sei. Auf Bundesfördermittel für diesen autogerechten Ausbau könne die Stadt deshalb nicht hoffen.

Fragt sich allerdings, ob die so genannte “Kompromissvariante”, die nur wenig schmaler ist, deshalb viel ausgewogener und wirtschaftlicher ist.

Bericht in DNN Online

Jun
25

Wie die Sächsische Zeitung berichtet, werden die Stadträte erst erst nach der Sommerpause über eine Beschlussvorlage zum Ausbau der Könisgbrücker entscheiden.

Ein vollständiger vierspuriger Ausbau, auf den Wirtschaftsminister Morlok (FDP) bislang bestanden hatte, scheint inzwischen wieder vom Tisch zu sein. Der “Oberbürgermeister in Vertretung”, Dirk Hilbert (FDP) will die Straße dennoch breiter als die “Kompromissvariante” von 2006 werden lassen: Zwischen Bischofsweg und Stauffenbergallee sollen stadtauswärts zwei vollwertige Fahrspuren gebaut werden. Inwieweit dadurch noch mehr Bäume fallen werden, ist bislang nicht bekannt.