Sep.
08

Am 8. September 2026 begann mit dem ersten Spatenstich der Ausbau der Königsbrücker Straße zwischen Albertplatz und Stauffenbergallee. Rund 87,5 Millionen Euro soll das Projekt kosten – das ist zumindest die Zahl, von der die Stadtverwaltung aktuell ausgeht. Neben Straßenbahngleisen, asphaltierten Fahrbahnen und neuen Gehwegen soll die Straße nun auch Radverkehrsanlagen bekommen. Voraussichtlich bis Mitte 2029 wird gebaut.

Am Dienstag, dem 8. September 2026, setzten Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert, Baubürgermeister Stephan Kühn sowie Vertreter der Dresdner Verkehrsbetriebe und der SachsenEnergie am künftigen Eschenplatz den ersten Spatenstich. Der Ausbau betrifft rund 1,6 Kilometer zwischen Albertplatz und Stauffenbergallee sowie einen Teil des Bischofswegs.

87,5 Millionen Euro für eine umfassende Erneuerung

Die Königsbrücker Straße gehört zu den wichtigsten Verkehrsachsen zwischen der Dresdner Innenstadt, der Äußeren Neustadt und dem Dresdner Norden. Ihr Zustand ist seit vielen Jahren sanierungsbedürftig. Ausbauplanungen gab es bereits in der DDR. Das Bauprojekt umfasst weit mehr als eine neue Fahrbahndecke: Straßenbahngleise, Fahrbahnen und Gehwege werden grundlegend erneuert. Gleichzeitig werden Trinkwasser-, Abwasser-, Strom-, Gas- und weitere Versorgungsleitungen modernisiert. Die Arbeiten im Untergrund sind technisch aufwendig und müssen mit den Maßnahmen an der Oberfläche koordiniert werden.

Die Straßenbahntrasse wird für die breiteren Stadtbahnwagen der DVB angepasst. Die Haltestellen werden barrierefrei ausgebaut. Auch die öffentliche Beleuchtung, Ampelanlagen und Straßenentwässerung werden erneuert. Die Gesamtkosten für das Vorhaben belaufen sich nach den veröffentlichten Angaben auf rund 87,5 Millionen Euro. Mit dem Ausbau geht aber auch eine Verbreiterung der Flächen für den motorisierten Verkehr einher: An vielen Stellen entstehen neue Abbiegespuren und Überholmöglichkeiten für den Autoverkehr. Dies hatte die Bürgerinitiative „Königsbrücker Straße muss leben“ wiederholt kritisiert. Über 100 Straßenbäume werden für den Ausbau gefällt. Die Fertigstellung ist für Mitte 2029 vorgesehen.

Neue Radwege, barrierefreie Haltestellen und mehr Aufenthaltsqualität

Für den Radverkehr sieht die Planung durchgehende Radfahrstreifen auf beiden Straßenseiten vor. Damit soll eine bislang problematische Hauptachse durch die Neustadt verbessert werden. Darüber hinaus sollen neue Bäume, Sitzgelegenheiten, Fahrradbügel und Trinkbrunnen den Straßenraum aufwerten. Die Planung verbindet damit verkehrliche und städtebauliche Ziele.

Ein umstrittenes Projekt mit langer Vorgeschichte

Der Ausbau ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen Auseinandersetzung über die Zukunft der Königsbrücker Straße. Seit den 1990er-Jahren wurden unterschiedliche Varianten in der Stadtgesellschaft teils hitzig diskutiert und Planungsverfahren begonnen, verändert oder wieder eingestellt. Im Mai 2024 erteilte die Landesdirektion Sachsen schließlich den Planfeststellungsbeschluss für das Vorhaben. Im Verfahren waren mehr als 400 Einwendungen eingegangen, darunter eine Sammeleinwendung mit rund 5.000 Unterschriften.

Auch nach der Genehmigung blieben die Planungen umstritten. Bürgerinitiativen wie „Königsbrücker muss leben“ und „StadtMussAtmen“ kritisierten insbesondere die Dimensionierung des Ausbaus, die Auswirkungen auf den Baumbestand und die künftige Gestaltung des Straßenraums. Der ADFC Dresden kritisierte mangelhafte oder sogar fehlende Radwege in den Ausbauplanungen. So scheiterte eine Ausbauvariante im Jahr 2000 unter anderem wegen fehlender Radwege im Planfeststellungsverfahren.

Mehrere Jahre Einschränkungen für Anwohner und Verkehr

Der Umbau wird den Alltag im Stadtteil über Jahre prägen. Die Arbeiten erfolgen in mehreren Bauphasen, damit der Autoverkehr möglichst lange aufrechterhalten werden kann. Wo der Platz nicht ausreicht, sind Umleitungen erforderlich. Neben Autofahrenden und Anwohnern sind auch Gewerbetreibende, der Radverkehr sowie Fahrgäste der Straßenbahn betroffen.

Die Hauptbauphase zwischen Albertplatz und Bischofsweg begann Ende September 2026. Die Straßenbahnlinien 7 und 8 werden seit dem 28. September zwischen Albertplatz und Bischofsweg umgeleitet. Die weiteren Arbeiten sollen schrittweise nach Norden fortgesetzt werden. Aktuelle Informationen zu Bauabschnitten, Verkehrsführungen und Einschränkungen veröffentlichen die Stadt Dresden und die DVB auf ihren Projektseiten.

Mit dem Baustart beginnt damit nicht nur die Erneuerung einer maroden Verkehrsachse, sondern auch die praktische Bewährungsprobe für einen lang diskutierten Kompromiss. Entscheidend wird sein, ob die neue Königsbrücker Straße nach Abschluss der Arbeiten tatsächlich mehr Sicherheit für Radfahrende und Fußgänger, einen leistungsfähigen öffentlichen Verkehr und eine höhere Aufenthaltsqualität miteinander verbindet.

Sep.
06

Nachdem das im Oktober 2017 eingereichte Planfeststellungverfahren diesen Sommer erfolgreich beendet worden ist, sind in der dafür vorgesehenen Frist auch keine Klagen von Betroffenen bei der Stadt eingegangen. Das heißt, die Landeshauptstadt Dresden hat als Vorhabenträger nun Baurecht für die Königsbrücker Straße zwischen Albertplatz und Stauffenbergallee. Für Interessierte, Betroffene und andere Beteiligte stellt sich daher nun die Frage, wann denn nun mit einem Baubeginn zu rechnen sei.

Eine Anfrage der LINKEN im Stadtrat brachte nun die Information zutage, dass die Stadtverwaltung aktuell von einem Baubeginn im April 2026 ausgeht. Dieses Datum darf, wie alle vergangenen Zeitprognosen zur Königsbrücker Straße, mit gewisser Vorsicht genossen werden.

Mai
17

Die Landesdirektion Sachsen hat das Planfeststellungsverfahren zur Königsbrücker Straße beendet. Damit liegt nun ein Planfeststellungsbeschluss vor, der ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Baubeginn darstellt.

Der MDR berichtet, dass im Planfeststellungsverfahren mehr als 400 Einwendungen von Anwohnern eingegangen seien.

Apr.
23

Nachdem das Planfeststellungsverfahren schon eine ganze Weile läuft, schwenken Linke und FDP inzwischen immer stärker auf eine Sanierung im Bestand. Denn klar ist: Wie lange es noch dauern wird, bis die Bauarbeiten beginnen, ist völlig unklar. Niemand kann genau sagen, ob die Planungen für die Königsbrücker noch in diesem Jahr abgeschlossen sein werden. Zitat: „Eine Zeitkette kann nicht benannt werden, da die Dauer der Verfahrensweise nicht einschätzbar ist“.

Unklar ist im übrigen auch, welche Änderungen an der Planung sich aus den über 3.000 bei der Stadtverwaltung eingegangenen Einwendungen ergeben werden. Eines ist klar: Es wird an vielen Stellen überlegt und geschraubt. All die nun eingebrachten Änderungen münden in einer so genannten Tektur , die dann eine erneute Auslegung der Planung erfordert. Eine fundamentale Änderung des Projekts, etwa den Erhalt der 121 großen Bäume im nördlichen Teil der Straße, hat Baubürgermeister Kühn aber nicht im Sinn. Kühn lädt am Donnerstag, den 28. April um 17 Uhr mit der Neustadt-Stadträtin Tina Siebeneicher zum Neustadt-Spaziertgang ein, zu dem es auch um die Königsbrücker Straße gehen soll. Treffpunkt ist der Scheunevorplatz.

Ein Artikel dazu erschien heute bei Tag24. Die Zeitung beruft sich auf eine Stadtratsanfrage des Linken-Fraktionschefs André Schollbach.

Okt.
20

Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain hat am 19. Oktober die Planfeststellungsunterlagen zum Projekt Königsbrücker Straße bei der Landesdirektion Sachsen eingereicht. Damit beginnt das formelle Genehmigungsverfahren zur Königsbrücker Straße. Die Einreichung der Unterlagen war ursprünglich bereits für Anfang 2017 geplant. NAchdem der Stadtrat 2016 über die grundsätzliche Variante entschieden hatte, wurden viele Änderungen an Details im letzten Jahr noch in die Planung aufgenommen. Vor allem eine Radverkehrsführung auf dem Bischofsweg aus Richtung der „Schauburg“ über die Kreuzung Königsbrücker Straße konnte noch integriert werden. Die Stadtverwaltung erwartet einen Baubeginn im Jahr 2019.

Lesen Sie auch die Meldung auf www.dresden.de

ältere beiträge

Feed Icon